Altes Haus Tan Ky in Hoi An: Röhrenhaus von der Nguyen-Thai-Hoc-Straße bis zum Fluss, Erbstücke und Besuchsregeln

Ein Röhrenhaus zwischen zwei Straßen
Was Tan Ky von einem gewöhnlichen Ahnentempel unterscheidet, ist vor allem der Grundriss. Die Denkmalakte der Denkmalverwaltung von Hoi An beschreibt das Anwesen als mehrgliedriges Röhrenhaus, das geradlinig von der Nguyen-Thai-Hoc-Straße bis zur Uferstraße Bach Dang durchläuft. Die Straßenseite diente als Ladenlokal, während die rückwärtige Tür zum Fluss wies, um Waren direkt von Booten zu entladen — damit war das Gebäude Verkaufsraum und Lager zugleich. Auch VinWonders hebt diese Lage zwischen der Nguyen-Thai-Hoc-Straße und dem Fluss Thu Bon als ideal für den damaligen See- und Flusshandel hervor.
In der Akte lautet der sino-vietnamesische Ehrenname Le Tu Duong, also Ahnenhalle der Familie Le, während Tan Ky der Handelsname des Kontors war. Das alte Ladenschild Tan Ky hängt noch heute im Haus und gilt in der Denkmalakte als Sachzeugnis der kaufmännischen Epoche der Familie. Bis heute befindet sich das Haus in privatem Familienbesitz und verbindet Wohnraum mit Ahnenverehrung.

Bauzeit und offizielle Denkmalakte
Reiseseiten wie VinWonders und MIA geben an, das Haus sei 1741 errichtet worden und werde seit sieben Generationen von der Familie Le bewohnt; VinWonders ergänzt, der Bauherr sei ein Kaufmann chinesischer Abstammung gewesen. Die am 15.04.1992 aufgenommene Denkmalakte formuliert vorsichtiger: Der damalige Hausherr gab zu Protokoll, das Haus sei über 200 Jahre alt und er selbst gehöre der fünften Generation an. Beide Angaben widersprechen sich nicht, da mehr als drei Jahrzehnte seit 1992 die Zählung bis zur siebten Generation erklären und 1741 als verbreitete Datierung gilt, auch ohne einzelnes Gründungsdokument.
Zur Unterschutzstellung hält die Akte fest, dass das Haus seit 1985 auf der Schutzliste stand und 1990 vom Kulturministerium die Urkunde als nationales Denkmal erhielt. Ebenso dokumentiert die Akte für Februar 1990 eine von der Denkmalverwaltung Hoi An mitfinanzierte Instandsetzung: Die Familie erneuerte die Dachkante rund um den Lichthof, tauschte zwei beschädigte Zierkonsolen aus und setzte das Rinnensystem instand. Bis zur Erstellung der Akte gab es darüber hinaus keinen größeren Umbau; jährlich wurden lediglich die lackierten Holzteile gereinigt und poliert.
Rundgang durch die drei Gebäudetrakte
Die Denkmalakte gliedert das Bauwerk in drei aufeinanderfolgende Trakte. In Besuchsrichtung von der Straße aus sehen Sie nacheinander:
- Schritt 1: Erster Trakt an der Straßenseite. Sechs Säulenreihen bilden drei Achsen, wobei die mittlere Achse als durchgehender Haupteingang von der Straße nach innen führt. Über dem Türsturz sitzen zwei geschnitzte „Türaugen“ mit Yin-Yang-Spiralen. Runde Holzsäulen ruhen auf steinernen Sockeln mit Lotosrelief, und in der Decke zum Dachboden befindet sich eine quadratische Luke von rund 1 m × 1 m zum Hochziehen von Handelswaren.
- Schritt 2: Zweiter Trakt rund um den Lichthof. Dies ist der aufwendigste, zweigeschossige Abschnitt in traditioneller Balken-Ständer-Bauweise. Die Konsolen zeigen Schnitzereien von Eichhörnchen, Pfirsichen, Buddhas-Hand-Zitronen und Fledermäusen; die Balkontüren kombinieren Gitterstäbe oben mit Vier-Jahreszeiten-Tafeln unten. Der offene Innenhof versorgt das tiefe Haus mit Tageslicht und Frischluft.
- Schritt 3: Dritter, quer gestellter Trakt. Parallel zum ersten Trakt angeordnet, besitzt er vier Säulenreihen, einen Gang zum Obergeschoss und eine geschnitzte Holztrennwand direkt am Lichthof. Veranda und Hof sind mit großen Steinplatten belegt, die Innenräume dagegen mit Terrakottafliesen aus Bat Trang.
Gedeckt ist das Dach mit doppellagigen Yin-Yang-Hohlziegeln und geschwungenen Giebelenden. Einige Reiseportale ergänzen, sämtliche Eisenholzbauteile seien allein über Zapfenverbindungen ohne Eisennägel gefügt; das passt zur traditionellen Zimmermannskunst von Hoi An, wird in der Denkmalakte von 1992 jedoch nicht eigens aufgeführt — achten Sie dazu gern auf die Erläuterungen der Führung vor Ort.
Erbstücke und Geschichten vom Hochwasser
Die Denkmalakte listet die wichtigsten Ausstattungsstücke auf: mehrere Paare goldbeschrifteter Spruchtafeln auf rotem oder schwarzem Grund — teils mit feinen Perlmutteinlagen —, die waagerechten Tafeln Le Tu Duong und Tan Ky, eine Vier-Zeichen-Tafel als Geschenk von Kaiser Bao Dai sowie geschnitzte Holzmöbel. Der bekannte Konfuzius-Becher stammt aus den Reiseberichten und steht nicht im amtlichen Inventar von 1992; da sein Alter uneinheitlich angegeben wird, sollten Sie ihn als überlieferte Familiengeschichte betrachten.
Besonders oft fragen Gäste nach den Überschwemmungen. Reiseartikel heben die Flut von 1964 als schwerste hervor, die das Erdgeschoss überflutete, ohne das Holzgerüst zu beschädigen. Da in den geprüften Quellen keine verlässliche Höhenangabe in Metern steht, nennt dieser Artikel keine Zahl; bitten Sie stattdessen die Gastgeber, Ihnen die Wassermarken an der Wand zu zeigen und zu erklären, wie Waren bei Hochwasser durch die quadratische Deckenluke im ersten Trakt nach oben gezogen wurden.
Was Tan Ky von anderen alten Häusern unterscheidet
Da das Altstadtticket nur eine begrenzte Zahl frei wählbarer Kulturstätten umfasst, lohnt sich die Auswahl nach Ihren Interessen. Die kurze Übersicht grenzt Tan Ky vom Alten Haus Phung Hung nahe der Japanischen Brücke ab:
| Was Sie sehen möchten | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Tiefes Röhrenhaus, offener Lichthof, drei verbundene Trakte | Tan Ky | Durchgehender Grundriss von der Straße bis zum Flussufer mit reichen Schnitzereien am Hof |
| Vierseitiges Walmdach, hoher Empfangsraum, Bodenluken | Phung Hung | Liegt direkt an der Japanischen Brücke und zeigt deutliche japanische Baueinflüsse |
| Kurzer Rundgang mit wenig Fußweg | Nur ein Haus wählen | Jedes Haus dauert rund 20–30 Minuten; übrige Coupons bleiben für Versammlungshallen frei |
Rücksichtnahme im bewohnten Haus
- Die Familie wohnt im Obergeschoss und öffnet das Erdgeschoss für Besucher: Sprechen Sie gedämpft und gehen Sie ohne Einladung nicht in private Bereiche hinauf.
- Fassen Sie weder Spruchtafeln noch Altargegenstände an; fragen Sie die Führung vor Ort, wenn Sie Schnitzdetails näher betrachten möchten.
- Fragen Sie vor Aufnahmen von Hausbewohnern um Erlaubnis und verzichten Sie nahe lackiertem und vergoldetem Holz auf Blitzlicht.
- Reiseportale nennen Öffnungszeiten um 08:30–17:45 Uhr ohne amtliche Bekanntmachung; fragen Sie daher am Ticketschalter nach, vor allem an Feiertagen.
- Der Eintritt läuft über das Altstadtticket von Hoi An; Einzelheiten zu den Stufen von 80,000 VND (~3 € EUR) und 120,000 VND (~4 € EUR) stehen im oben verlinkten Beitrag zum Haus Phung Hung.
Weg zu Tan Ky und Privatwagen
Von der Japanischen Brücke erreichen Sie das Haus Tan Ky in der Nguyen-Thai-Hoc-Straße nach wenigen Gehminuten vorbei an der Kantonesischen Versammlungshalle; auf derselben Runde lassen sich gut die Versammlungshallen von Trieu Chau und Quang Dong einbinden. Da öffentliche Quellen zu Haltepunkten und autofreien Zeiten im Altstadtkern variieren, stimmen Sie den Treffpunkt vorab mit Ihrem Fahrer ab und planen Sie ein kurzes Stück zu Fuß ein.
Ab dem internationalen Flughafen Da Nang dauert der Transfer vom Flughafen Da Nang nach Hoi An für rund 30 km etwa 45 Minuten; der gelistete Festpreis pro einfacher Fahrt beträgt 280,000 VND (~10 € EUR) im 4-Sitzer, 330,000 VND (~12 € EUR) im 7-Sitzer und 500,000 VND (~19 € EUR) im 16-Sitzer. Die Preise gelten pro Fahrzeug statt pro Person, und Stornierung oder Umbuchung sind bis mindestens 2 Stunden vorab kostenlos. Weitere Verbindungen finden Sie in der Preisliste für Privatwagen zwischen Da Nang und Hoi An.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1Wo liegt das Alte Haus Tan Ky und über welche Straße betritt man es?
Das Haus befindet sich in der Nguyen-Thai-Hoc-Straße 101 im Stadtbezirk Hoi An. Laut Denkmalakte der Denkmalverwaltung von Hoi An handelt es sich um ein durchgehendes Röhrenhaus von der Nguyen-Thai-Hoc-Straße bis zur Uferstraße Bach Dang; Besucher treten gewöhnlich durch den Haupteingang an der Nguyen-Thai-Hoc-Straße ein. Zur französischen Kolonialzeit trug es die Hausnummer 18 Rue de Cantonnaise und vor 1975 die Nummer 21 Nguyen-Thai-Hoc-Straße.
2In welchem Jahr wurde das Haus Tan Ky erbaut und wie viele Generationen lebten dort?
Reiseportale wie VinWonders und MIA nennen das Baujahr 1741 sowie sieben Generationen der Familie Le. Die am 15.04.1992 erstellte Denkmalakte der Denkmalverwaltung von Hoi An vermerkt dagegen lediglich ein Alter von über 200 Jahren und nennt den damaligen Hausherrn als fünfte Generation; die Jahreszahl 1741 und sieben Generationen spiegeln also die heutige Zählweise wider und stützen sich nicht auf eine einzige Gründungsurkunde.
3Seit wann steht das Alte Haus Tan Ky offiziell unter Denkmalschutz?
Nach der Denkmalakte vom 15.04.1992 wurde das Gebäude 1985 in die Schutzliste der Denkmalverwaltung von Hoi An aufgenommen und 1990 vom Kulturministerium als nationales Denkmal anerkannt. Die Akte verweist zudem auf den Beschluss 506/QD-VH des Kulturministeriums vom 19.03.1985 zur Einstufung der Altstadt von Hoi An. Manche Reiseblogs nennen abweichende Daten oder verwechseln dies mit der UNESCO-Liste, weshalb die Akte verlässlicher ist.
4Was hat es mit dem Konfuzius-Becher im Haus Tan Ky auf sich?
Laut VinWonders und MIA hält dieser Becher Flüssigkeit, solange man ihn zu etwa acht Zehnteln füllt, läuft jedoch vollständig leer, sobald man ihn bis zum Rand eingießt — gedacht als Mahnung der Familie zum Maßhalten. Zum Alter kursieren unterschiedliche Angaben von 550–600 Jahren bis zur Zeit des Konfuzius ohne veröffentlichte Laborprüfung; nehmen Sie die Geschichte daher als mündliche Familienüberlieferung während der Führung.
5Welches historische Hochwasser wird im Alten Haus Tan Ky besonders erwähnt?
Viele Reiseführer nennen die Flut von 1964 als schwerstes Hochwasser, bei dem das Erdgeschoss unter Wasser stand, das Holztragwerk jedoch standhielt; laut MIA reichte das Wasser bis an das Dach des ersten Geschosses. Da keine genauen Meterzahlen belegt sind und eine englischsprachige Quelle das Jahr 1961 nennt, lassen Sie sich vor Ort lieber von den Bewohnern die Hochwassermarke an der Wand zeigen.
6Wie viel Zeit braucht man für das Haus Tan Ky und welches Ticket gilt?
VinWonders empfiehlt rund 20–30 Minuten, MIA nennt etwa 20 Minuten — ausreichend für den Gang durch alle drei Trakte samt Erläuterung. Der Zutritt erfolgt über das Sammelticket der Altstadt von Hoi An: Laut Mitteilung des Zentrums für Kulturerbe-Erhaltung Hoi An vom 29.01.2026 gibt es zwei Stufen zu 80,000 VND (~3 € EUR) und 140,000 VND (~5 € EUR) mit unterschiedlicher Anzahl frei wählbarer Sehenswürdigkeiten. Alte Angaben von 35,000 VND (~1 € EUR) sind überholt.
7Worauf sollte man achten, da das Haus weiterhin bewohnt wird?
Wie VinWonders beschreibt, wohnt die Eigentümerfamilie im Obergeschoss und öffnet das Erdgeschoss für Gäste. Sprechen Sie leise, berühren Sie weder lackierte Spruchtafeln noch Ahnenaltäre oder Perlmuttmöbel, fragen Sie vor Fotos von Hausbewohnern um Erlaubnis und betreten Sie keine privaten Wohnbereiche. Größere Gruppen sollten sich aufteilen, um die schmalen Durchgänge frei zu halten.
8Was kostet ein Privatwagen vom Flughafen Da Nang bis zur Altstadt von Hoi An?
Auf der internationalen Preisliste von Sun Travel kostet die Strecke Flughafen Da Nang → Hoi An (rund 30 km, 45 Minuten) 280,000 VND (~10 € EUR) im 4-Sitzer, 330,000 VND (~12 € EUR) im 7-Sitzer und 500,000 VND (~19 € EUR) im 16-Sitzer für die einfache Fahrt. Der Preis gilt pro Fahrzeug inklusive Kraftstoff, Maut und Parkgebühren; senden Sie Ihre Landezeit einfach per WhatsApp an +84 384 833 444.
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